Burgermeister

Wir sind wieder in Frankfurt. Und zwar nicht irgendwo, sondern quasi am Ausgang des berühmt-berüchtigten Kneipenviertels Alt-Sachsenhausen. Als Frankfurter wird man in diesem Viertel an die Vor- und Nachteile des Alkoholkonsumes in der Praxis gelehrt – und zwar verkehrt herum:  als Jugendlicher will man nichts anderes als Shots und Cocktails. Hauptsache, es knallt und es ist billig. Mit Anfang Zwanzig wird es dann etwas gemütlicher und das ein oder andere Bier ergänzt die Ernährung. Seine volle kulinarische Pracht zeigt Sachsenhausen aber erst ab Mitte Zwanzig: dann erst hat man sich das Privileg des Äpplers verdient. Für alle bedauernswerten Menschen, die – aus welchen unerklärlichen Gründen auch immer – nicht aus Frankfurt sind: Äppler ist die hiesige Bezeichnung für Apfelwein. Was dem Münchner sein Biergarten und dem Kölner sein Brauhaus, ist dem Frankfurter seine Äpplerkneipe. Denn neben dem “Stöffsche” ist auch die lokale Küche (Stichwort: Grüne Soße) außerordentlich lecker.

Aber wir sind ja nicht wegen dem Alkohol gekommen, sondern wegen den Burgern.

Ambiente

Das (bzw. der) Burgermeister hat erst vor Kurzem – im März 2011 – eröffnet. Will man mit einem Restaurant in Sachsenhausen Erfolg haben, muss man sich aus oben genannten Gründen schon was einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben. Und gleich der erste Blick ist vielversprechend: ähnlich wie bei Heidi und Paul in Eschborn hat man sich hier Gedanken gemacht und ein stimmiges Konzept konsequent umgesetzt. Man stelle sich eine Eck-Kneipe mit großen (und im Sommer offenen) Glasfassaden vor. Das Interieur ist komplett in schwarz-orange gehalten und erinnert ein wenig an Jägermeister… was ja nicht die schlechteste Assoziation ist. Mit ca. 15 Sitzplätzen drinnen und einigen (ebenfalls komplett gestylten) Bänken draußen die perfekte Größe für einen Burgerladen. Und ja… die Wand ziert ein Flachbild-TV. Fehlt nur der Kicker. Ein Wappen mit einem stolzen Bullen samt Bürgermeister-Hut prangt auf jedem Tisch. Alles sehr stimmig. Dazu das Versprechen “Frankfurts beste Burger”.

Schaun mer mal…

8 von 10 Punkten

 

Transient

Fleich

Die Burger heißen hier “Otto” und wie es sich gehört gibt es “Must-Have” Auswahl an Bacon-, Cheese-, Chicken- und Chilli-Burger. Wie es sich ebenfalls gehört, in zwei Größen (100gr. und 180 gr.) Dazu gibt es Specials (sog. “Mit-Burger”) mit etwas exotischeren Beilagen. Aber nach den Erfahrungen im Düsseldorfer Space Burger ist uns die Lust nach Experimenten vergangen und wir bestellen einen Killer-Otto (=Bacon Cheese). Wir sind gespannt, ob die hohen Erwartungen erfüllt werden können.

Das Besondere bei Burgern: der erste Biss ist immer der Beste und sagt einem bereits alles. Und hier wußten wir bereits nach dem ersten Biss: lecker! Keine industriell gefertigten Paddys, sondern selbstgemachte Buletten, auf dem Grill medium gebraten. Leider ist das “Grill-Aroma” nicht ganz so augeprägt wie beispielsweise im Freddy Schilling. Aber die Größe ist genau richtig und das Fleisch wird von der selbstgemachten Sauce nicht ertränkt, sondern wunderbar ergänzt.

7 von 10 Punkten

Zubehör

Es gibt selbstgemachte Eistees und Limonaden! Das haben wir auch noch nicht erlebt. Auch lecker. Zum Burger gibt es einen guten  Krautsalat und selbstgemachte und frisch frittierte Kartoffelchips (die mit Hile eines Bohrers (!) gemacht werden). Das Zubehör ist außerordentlich frisch und passt bestens zum Fleisch. Sehr gut! Das Brötchen könnte ein ganz klein wenig krosser sein, dann würde es die Sauße weniger aufsaugen. Aber jetzt werden wir kleinlich…

7 von 10 Punkten

Gesamt

Den besten Burger Frankfurts hatten wir bis dato – unglaublich, aber wahr – im O’Reilly’s am Hauptbahnhof. Kann der Burgermeister diesen Titel für sich gewinnen? Nachdem wir erneut da waren um die Möglichkeit eines Zufall-Treffers auszuschließen, können wir die Fackel weitergeben: beim Burgermeister gibt es die besten Burger in Frankfurt – zumindest soweit wir das bisher getestet haben.

Neben der Qualität überzeugt das gute Preis-Leistungsverhältnis und vor allem das tolle Ambiente.

7 von 10 Punkten