Luna Burger

Es ist unglaublich… anscheinend haben wir einen neuen Trend losgetreten. Verabschiedet euch von eurer Döner-Bude. Tröstet euren Hähnchen-Hannes. Burgers are the next big thing! In Frankfurt schießen Burger-Braterein wie Pilze aus dem Boden. Und wir haben Mühe, Schritt zu halten. Aber wir geben unser Bestes! Apropos:

Luna Burger hat ebenfalls erst vor wenigen Monaten eröffnet und ist ein Ableger der hervorragenden (!) Luna Bar ganz in der Nähe. Ob die Burger es mit den Cocktails aufnehmen können?

Transient

2 von 10

Sofern vorhanden, bezahlbar und lecker bestelle ich gerne den lokalen Signature Burger – der in diesem Fall auf den originellen Namen “Luna Burger” hört: Bacon, Cheddar Käse, Salat, Tomaten, Gurken, Zwiebeln und eine Sauce nach Ihrer Wahl. Man könnte also auch Bacon-Cheesburger sagen. Ich habe Hunger mitgebracht, also bestelle ich einen Doppelten, der sieht dann so aus:

Transient

Das sieht schon mal sehr ordentlich aus. Das Fleischpflanzerl von der Angus-Kuh ist mit etwas Fantasie auch noch nicht ganz “well done” aber doch entfernt von meiner Bestellung “Medium”. Kein 08/15-Paddy, sondern eine kleine Frikadelle. Und schmecken tut es… in Ordnung. Nichts dran zu bemängeln, aber auch nichts hervorzuheben. Eine doppelt so große Frikadelle wäre besser gewesen als deren zwei einzelne.

6 von 10 Punkten

 

ZUBEHÖR

Auch hier keinen Grund zu meckern: das Gemüse ist frisch, der Burger schön angerichtet und das Brötchen ist ausgezeichnet. Sehr lobenswert: trotz der nicht unerheblichen Menge Fleisch steht es seinen Mann und fällt nicht auseinander. Die Pommes schmecken wie überall, die Soßen sind würzig und scharf, das Bier kommt in kleinen Veltins-Flaschen und ist sehr lecker. Die Cocktails aus der gleichnamigen Bar gibt es leider nicht käuflich zu erwerben. 

Transient

7 von 10 Punkten

 

GESAMT

Wer hierher kommt, macht nichts falsch. Man sitzt gemütlich, die Damen werden sich am Ambiente berauschen und man wird gut essen. Aber in Frankfurt gibt es Besseres. Der beste Burger der Stadt ist es nicht.

6 von 10 Punkten

Burger & Beer Joint

Lieber Leser, halt dich fest!

Denn jetzt kommt was ganz besonderes. Nicht nur, dass dieses Lokal einen simplen, aber um so passenderen Namen hat. Mehr noch, wir sind uns sicher hier ein “Das Beste [Platzhalter] auf der Welt…” gefunden zu haben!

Wie hieß es doch in den Lustigen Taschenbüchern immer so schön? Schnell weiterlesen! 

Transient

Eine ausführliche Recherche vor dem heimischen PC hat uns hergeführt. Wir sind nach wie vor in Miami, nach wie vor in South Beach aber diesmal etwas abseits vom Trubel. Tatsächlich haben wir uns auf dem Weg hierher ein ganz klein wenig verlaufen und waren schon kurz davor, ein weiterer Eintrag in der Kriminalstatistik über ausländische Touristen zu werden. Aber das war es wert…

 

AMBIENTE

Dunkel.

Dunkler Holzboden, jede Menge Holztische, schwach beleuchtete Wände, eine große, dunkle Bar… haben die hier was zu verheimlichen? Auf jeden Fall ist es sehr groß und nach dem Besuch der beiden Imbisse eine willkommene Abwechslung: endlich mal wieder ein richtiges Restaurant!

Extrapunkte gibt es für den passenden Namen (warum künstlich kreativ sein wollen?) nebst dem extrem coolen Logo, das stolz über dem Eingang thront. Und auch jedes Brötchen verziert. Wir fühlen uns gleich gut aufgehoben.

Es ist eine eine jener Gelegenheiten, bei denen Engelchen und Teufelchen miteinander streiten. Ja, man ist nur einmal hier. Ja, man hat inzwischen mehr als nur etwas Taschengeld zur Verfügung. Aber trotzdem fragt mich der kleine Engel: “willst du wirklich $32 für einen Burger ausgeben?” Soviel kostet der “STAIRWAY TO HEAVEN” nämlich, mitsamt 10 oz (=ca. 300 gr.) Wagyu Beef. Was exotisch klingt ist eine Rinderrasse japanischen Ursprungs und das teuerste und exklusivste Hausrind der Welt. Allerdings kann man davon ausgehen, dass das Fleisch nicht aus Japan, sondern den USA stammt und dann mit Angus Beef gemischt worden ist. Also die Rasse, nicht der Burger. Sollte man sich eigentlich mal gönnen, ABER da sind Trüffel dabei! Ha! Trüffel mag ich nicht, also muss ich den Burger auch nicht.  Ich bin also nicht zu geizig, ich bin nur alt genug um zu wissen, was mir schmeckt. Gewissen beruhigt, Engel und Teufel reichen sich die Hand und ich suche weiter auf der Karte.

Auch bei meiner Begleitung argumentieren Engel und Teufel miteinander, aber bei ihm geht es um deutlich mehr. Nämlich den “MOTHERBURGER”:

4,5 Kg Angus Beef

$125

Eines von diesen Dingern, die man nicht bezahlen muss, wenn man es in 2h komplett alleine essen kann. Da man dumme Taten nur begehen soll, wenn gute Freunde dabei sind, schließen wir diese Idee nicht aus und erkundigen uns. Die freundliche Kellnerin teilt uns mit, dass sechs Kunden sich bereits an dem Ding versucht hätten und nicht einer hätte es bisher geschafft. Wir reden hier von Amerikanern. Wenn die es nicht schaffen… Wir lassen es sein und heben uns die Dummheiten für später auf.

 

FLEISCH 

Irgendwann bestellen wir aber tatsächlich: einen “HOTEL CALIFORNIA” (Angus Beef  , guacamole, grilled Vidalia onion, jalapeno relish, cilantro sour cream, sharp cheddar, sunny side up fried egg, brioche bun, served with skinny fries) und einen “THUNDER ROAD” (entspricht einem Bacon and Chesse Burger mit BBQ-Sauce) für je $14 Dollar. Um den Namen der Lokalität gerecht zu werden, dazu 2 Pitcher Bier (nacheinander).

Nach diesem laaangen Vorspiel nun endlich zur Bewertung: es war sehr gut. Wie bestellt Medium. Groß. Lecker

Transient

7 von 10 Punkten

 

ZUBEHÖR

Der “THUNDER ROAD” war schon recht gut. Frisches Gemüse, leckere Fries. Aber nichts all zu besonderes. Der “HOTEL CALIFORNIA” hingegen war eine Wucht: insbesondere das Spiegelei und das Brioche-Brötchen (das sich Trotz der Last nicht in seine Bestandteile aufgelöst, sondern dem ganzen eine feine, süße Note gegeben hat) gaben dem Burger das gewisse Etwas, das Besondere. Ohne zu Extravagant zu sein. Viele Burgerbrater wollen eigentlich Koch sein und packen ein komplettes 2-Gänge-Menü zwischen zwei Brötchenhälften. Das ist dann kein Burger mehr, sondern nur eine semi-originelle Möglichkeit der Präsentation. Ein guter Burger bleibt immer und zu aller erst ein Burger, der mit Raffinesse zubereitet worden ist.  Eine dünne Linie, die hier perfekt getroffen worden ist.

Aber wir hatten ja noch ein “Das Beste auf der Welt” versprochen. Und auch wenn es nur bedingt zum Burger gehört, soll es hier nicht unerwähnt bleiben: das (oder “der”? Egal!) Burger & Beer Joint macht die besten Shakes der Welt! So!

Transient

Ich vermute, die Zubereitung von Shakes ist eine ähnliche Kunst wie die Zubereitung von Burgern, nämlich eine verkannte welche. Leckere Shakes kann auf jeden Fall nicht jeder. Meistens – besonders in Deutschland – ist es nur Milch. Aber ein guter Shake ist groß und so dickflüssig, dass man unweigerlich einen Fischmund machen muss. Hier gab es “Adult Shakes”. Entgegen unserer Hoffnung wurden sie keinesfalls von einer barbusigen, heißen Kellnerin serviert, sondern wurden mit Rum und Wodka gemacht. Und das war so Yummy!!!

So muss der perfekte Shake schmecken! Der Alkohol und das süße Eis haben sich in einer Harmonie aus Geschmack perfekt ergänzt und sowohl das kleine Kind als auch der etwas größere Mann in mir haben gejubelt und ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, das nicht mehr weggehen wollte! Wir wurden ganz selig und wollten nie wieder weg. Mussten wir aber. Als wir die Rechnung sahen, wollten wir dann doch auch besser gehen.

10 von 10 Punkten

 

GESAMT

Sehr guter, wenn auch nicht perfekter Burger, ordentliche Beilagen und der beste Shake der Welt. Ordentliche Leistung. Kann man mal wieder hingehen.

9 von 10 Punkten 

 

Five Guys

Cheesburger Baby konnte unsere Fleischeslust nicht stillen – also gingen wir einfach über die Straße, wo uns fünf Jungs verführten. Diesen Satz sollte man nicht einfach so stehen lassen. Five Guys ist der Name einer schnell wachsenden Burgerkette in den USA. In den Achzigern gegründet schießen die Läden gerade wie Pilze aus dem Boden, insbesondere an der Ostküste. Ich hatte vor einigen Jahren in Columbus, OH das erste Mal das Vergnügen mit den fünf Jungs. Nun war ich neugierig, ob sich Florida kulinarisch mit Ohio messen kann. 

AMBIENTE

Five Guys ist eine Kette und das sieht man. Kennst du einen, kennst du alle. In diesem Fall ist das Interieur etwa so einladend wie eine Bahnhofswartehalle oder auch eine Krankenhaus-Lobby. Schwarzer Boden, weiß und rot gekachelte Wände. Spartanische Sitzmöbel sind um die offene Küche gruppiert. Wir nahmen draußen Platz, immerhin waren wir in MIAMI BITCH… äh… Beach!

1 von 10 Punkten.

 

FLEISCH

Lecker. Nicht der Hammer, aber lecker. Laut eigener Aussage benutzen Five Guys keine Tiefkühlkost und man meint, es schmecken zu können.  Nicht zu fettig, nicht zu klein. Natürlich nicht medium gebraten, das wäre zuviel des Guten.

5 von 10 Punkten

 

ZUBEHÖR

Ausnahmsweise versteckt sich hier das Sahnehäubchen. Five Guys macht nämlich zwei Sache außergewöhnlich anders und außergewöhnlich gut: Zum Einen gibt es – während man ganz entspannt auf seinen Burger wartet – kostenlose Erdnüsse. Man knackt sie, fummelt sie auf und lässt die Schalen einfach fallen. Allein für diesen so gar nicht deutschen Gag gibt es einen Extrapunkt. Zum anderen macht Five Guys – und dieser war keine Ausnahme – hervorragende Frech Fries. Für unsere einheimischen Leser: das sind Pommes. Die sind zweierlei: sowohl würzig-lecker als auch zahlreich. UND sie werden als Wärme-Isolierung (!) auf den Burger in die Mitnehm-Tüte getan. Und zwar nicht zu knapp. Genial! Das Brötchen ist etwas süßer als sonst, der Käse sehr käsig. Deutlich besser als bei den Nachbarn von Cheesburger Baby.

 

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8 von 10 Punkten

 

GESAMT

Hier wird endgültig auch deutlich, dass die Amerikaner in der Regel mehr von Burgern verstehen. Einen guten Burger sollte man problemlos mit den Händen essen können, ohne dass man einen Schlabberlatz braucht oder den Kärcher zur anschließenden Grundreinigung nutzen muss. Der Five Guys Burger ist das perfekte Beispiel für einen kompakten Burger, aus dem nichts heraustropft oder -fällt. Auch das Brötchen löst sich nicht in seine Bestandteile auf.

Der Burger war gut.

Ich war etwas vorbelastet, weil mein erster Burger in Five Guys sensationell war und dieser den hohen Ansprüchen nicht ganz entsprochen hat. Schieben wir es mal darauf, dass es schon ziemlich spät am Abend bzw. mitten in der Nacht war.

6 von 10 Punkten

 

Cheesburger Baby

Wir sagen Miami, aber in Wahrheit meinen wir South Beach. SoBe ist eine vorgelagerte Insel. Alles, was ihr über Miami gesehen, gehört und gelesen habt, war eigentlich South Beach. Hier ist der Art Deco District (sehr hübsch!), hier ist der Strand, die Promenade, die Mädels (ebenfalls sehr hübsch!), die Partys. In Längsrichtung wird der Stadtteil von der Washington Avenue durchschnitten. Und genau dort führt uns unser erstes amerikanisches Abenteuer hin: zu einem kleinen Laden namens Cheesburger Baby.

AMBIENTE

Von Ambiente zu sprechen, wäre übertrieben: ein kleiner, unscheinbarer Laden. Zehn Sitzplätze mit Coca Cola-Sitzbezug, eine Theke, ein Kühlschrank, ein Grill. Bunt und hässlich. Ein Schelm würde sagen: ein Sinnbild für Miami. Wir aber nicht. Wir mögen Miami. Und deswegen gibts Extrapunkte. 

Transient

2 von 10 Punkten

 

FLEISCH

Gerade so in Ordnung. Durchgebraten, leider nicht der erhoffte typische Grill-Geschmack. Ziemlich klein.

2 von 10 Punkten

 

ZUBEHÖR

Das Bild sagt Vieles, beinahe Alles: was wir hier vor uns haben, ist Fast Food. Schnell, günstig und ja, wir sagen es: lieblos.

 

Transient

Natürlich haben wir einen der namensgebenden Cheesburger bestellt. Davon hätten wir uns eigentlich einen zumindest leichten Käsegeschmack erwartet. Aber wir wartete vergeblich.  Doof.

2 von 10 Punkten

 

GESAMT

Besser als die großen Franchise-Ketten die man hierzulande auch an jeder Ecke findet. Aber nicht viel besser. Geschmacklich schon hart an der Grenze. Am Schaufenster gehen einige Bikini-Mädels vorbei und schon verfliegt jedweder Ärger. Zumal der Blick am Gebäude auf der anderen Straßenseite hängenbleibt. Und schon haben wir wieder Hunger…

2 von 10 Punkten

 

Miami... Bitch!

Das Mutterschiff hat uns nach Hause gerufen! Der Adler ist gelandet! Willkommen in den Vereinigten Staaten, lieber Leser! Willkommen in Miami, in der Stadt der Schönen und Reichen und der Schön-Reichen. Keine fünfzehn Minuten vergehen, ohne dass nicht mindestens ein Lamborghini, Ferrari, Masserati oder sonstiges nobles Gefährt an uns vorbeifährt, während wir uns im Art Deco District direkt am Ocean Drive mental und alkoholisch auf den Abend vorbereiten. Wir essen hier nämlich nicht zum Spaß!

Keine Pilgerfahrt ohne ausführliche Recherche: wir haben uns vorab diverse Burgerladen empfehlen lassen. Von Freunden, Fremden und vom allwissenden Internet. Einige ausgewählte Ergebnisse möchten wir mit euch teilen.

 

Heroes Premium Burgers

Eigentlich mag ich Bornheim nicht. Keine Autobahn, keine S-Bahn,  überhaupt ziemlich weit weg von der Frankfurter Innenstadt und Parkplätze soviel wie Grünflächen.  Null. Also komplett und absolut unpraktisch. Aber ach so angesagt. Mit dem Nordend und Sachsenhausen wohl Frankfurts Lieblingsstadteil, wenn man der Meinung der Zugewanderten glauben darf. So viele tolle Inhaber-geführte Läden. Und so nette Kneipen. Und die Menschen – total lieb. Überhaupt alles so lebenswert da. Und die Restaurants – ein Traum. Meine Güte, die Leute schwärmen von Bornheim als gäbs nix besseres. Seit Kurzem gibts dort auch einen Burgerladen. Ergo müsste dieser ja auch die besten Burger servieren. Schaun mer mal. Muss aber schon toll sein, denn eigentlich mag ich Bornheim ja nicht.

Mit der U-Bahn quäle ich mich in den Frankfurter Norden. U-Bahn fahren mag ich eigentlich auch nicht. Bin mit S-Bahn und Auto aufgewachsen, was braucht man da eine langsame U-Bahn?! Egal. Jedenfalls den Laden schnell gefunden. Schade eigentlich, bin viel zu früh dran. Ich komme rein und frage nach meinem reservierten Tisch. Aber die Reservierung hat anscheinend nicht den Weg vom Telefonhörer auf den richtigen Notizzettel gefunden.

Auch egal, außer mir ist kein Mensch da. Ich setz mich einfach neben die Bar, bestelle aus Gewohnheit ein Bier und schaue mich um. WO BIN ICH DENN HIER GELANDET?!

Ambiente

Die Tapete voller Überlebensgroßer Comics. Der Laden total winzig, Platz für vielleicht 20 Leute. Und das Bier kommt in einer mir gänzlich unbekannten Flasche und stellt sich mir unbekümmert als “Steini” vor. Der Name lässt auf nichts Gutes schließen. Überraschenderweise ist das Bier aber tatsächlich trinkbar.

Mein Handy schnurrt. Meine Begleitung verspätet sich – als wenn ich nicht ohnehin schon zu früh bin. Toll, der Abend ist schon fast gelaufen. Und jetzt? Mein Blick fällt auf einen Stapel Comics, der sich in einer Ecke neben meinem Tisch versteckt. Und schwupps – sofort fällt jeder Ärger ab.

Hier muss ich kurz ausholen. Der lediglich am Thema Burger interessierte Leser kann den nächsten Absatz getrost überspringen, nach einer kurzen Einblendung geht es weiter im Programm.

Vor über 10 Jahren habe ich einen alten Schulfreund in Boston gesucht. In dessen Zimmer gab es einen Comicband von Batman, in dem er gegen den mir damals unbekannten Bane, einem mit Steroide vollgepumpten Kampfkoloss,  eine sagenhafte Schlacht ausficht. Am Ende des Kampfes verliert Batman – und Bane bricht ihm sein Rückrat.  Ein Teil meiner Kindheit hat sich auf nimmer wieder sehen verabschiedet. Batman verliert? Wird sogar getötet? Das konnte doch nicht sein, die Geschichte musste weitergehen… aber es gab keinen Folgeband. Ich las diesen Comic in diesem Sommer immer und immer wieder, aber das Ende blieb jedes mal das gleiche und war deprimierend. Ich bin ich zwar seit frühester Kindheit ein Fan von Comics (außer japanischem Manga, denn die sind wirklich unrealistisch wie jeder weiß), aber ich kaufe nur selten und sammle nicht (mehr). Das ungelöste Rätsel um Batmans Ende verschwand im Dunst meiner Kindheitserinnerung. Bis zu diesem Tag im Heroes Burger, denn nun hatte ich endlich die Fortsetzung in den Händen! Die Geschichte geht weiter! Ich erfuhr, dass Batman nicht tot war, sondern… Moment, dass soll jeder selber herausfinden.

8 von 10 Punkten

Als ich wieder aus meinem Kindheits-Flashback aufwachte und den Comic aus den Händen legte, standen vor mir die Reste einer Portion Krautsalat, eine Schüssel Knoblauchbrot und meine mindestens dritte Flasche “Steini”. Ich konnte mich nicht daran erinnern, überhaupt noch etwas bestellt zu haben.  Meine Begleitung erschien und wir bestellten endlich das, weswegen wir den weiten Weg auf uns genommen hatten: Burger!

Fleisch

Die im Comic-Stil gehaltene Speisekarte preist und den Superhero an, den ich eigentlich schon aus Prinzip bestellen will. Aber ich mag keine Champignons und will meine Bewertung nicht von einer Zutat abhängig machen.  Stattdessen bestellen wir beide den “Fat Joe” und damit meinen ersten Burger, der neben den All-Time Favorites auch aus Spiegelei und Remoulade besteht. Und was soll ich sagen? Lecker, lecker, lecker! Der Burger ist selbstgemacht, das medium gebratene Fleisch ist saftig und zart – ein Gaumenschmeichler. Schade, dass man kein “Grill-Aroma” schmeckt, das ich in Köln so lieben gelernt habe. Aber ansonsten kann man nicht meckern. Auch die Größe ist vollkommen in Ordnung, man wird satt ohne sich vollgefressen zu fühlen.

9 von 10 Punkten

Zubehör

Zu den in geistiger Abwesenheit bestellten Krautsalat und Knoblauchbrot gesellten sich nun noch ein Beilagensalat und Kartoffchips. Alles selber gemacht. Und alles vollkommen in Ordnung. Keine Offenbarung, aber einfach lecker. Das Beste war aber der Burger. Fleisch, Speck, Spiegelei (!), Tomate, Salat und Sauce gingen eine sehr harmonische Symbiose ein, die ich so nicht erwartet hätte. Auch das Brötchen war vollkommen in Ordnung.

7 von 10 Punkten

 

Transient

Gesamt

Das wichtigste, nämlich das Fleisch auf den Burger, war topp. Der Rest war gut, übrigens auch das Preis-Leistungsverhältnis. Das leckere Knobibrot kostete mich lediglich einen einzigen Euro und der Burger war mit 7,80 EUR sein Geld vollkommen wert. Ich hätte sogar ohne mit der Wimper zu zucken 8 EUR dafür bezahlt. Abgesehen von der Location kann man sich wirklich nicht beschweren. Aber was soll’s, so ein Laden passt zu Bornheim wie die Faust aufs Auge. Auch wenn ich Bornheim ja eigentlich nicht mag. Aber: als wir satt und glücklich gegangen sind, war der Laden bis auf den letzten Platz besetzt. Spricht für sich – in Bornheim hat man ja Ansprüche an die Gastronomie.

Ist der Heros Burger besser als der Sachsenhäusener Burgermeister? Nein. Ungefähr gleich. Aber im Burgermeister gibts keine Comics.

8 von 10 Punkten

 

Burgermeister

Wir sind wieder in Frankfurt. Und zwar nicht irgendwo, sondern quasi am Ausgang des berühmt-berüchtigten Kneipenviertels Alt-Sachsenhausen. Als Frankfurter wird man in diesem Viertel an die Vor- und Nachteile des Alkoholkonsumes in der Praxis gelehrt – und zwar verkehrt herum:  als Jugendlicher will man nichts anderes als Shots und Cocktails. Hauptsache, es knallt und es ist billig. Mit Anfang Zwanzig wird es dann etwas gemütlicher und das ein oder andere Bier ergänzt die Ernährung. Seine volle kulinarische Pracht zeigt Sachsenhausen aber erst ab Mitte Zwanzig: dann erst hat man sich das Privileg des Äpplers verdient. Für alle bedauernswerten Menschen, die – aus welchen unerklärlichen Gründen auch immer – nicht aus Frankfurt sind: Äppler ist die hiesige Bezeichnung für Apfelwein. Was dem Münchner sein Biergarten und dem Kölner sein Brauhaus, ist dem Frankfurter seine Äpplerkneipe. Denn neben dem “Stöffsche” ist auch die lokale Küche (Stichwort: Grüne Soße) außerordentlich lecker.

Aber wir sind ja nicht wegen dem Alkohol gekommen, sondern wegen den Burgern.

Ambiente

Das (bzw. der) Burgermeister hat erst vor Kurzem – im März 2011 – eröffnet. Will man mit einem Restaurant in Sachsenhausen Erfolg haben, muss man sich aus oben genannten Gründen schon was einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben. Und gleich der erste Blick ist vielversprechend: ähnlich wie bei Heidi und Paul in Eschborn hat man sich hier Gedanken gemacht und ein stimmiges Konzept konsequent umgesetzt. Man stelle sich eine Eck-Kneipe mit großen (und im Sommer offenen) Glasfassaden vor. Das Interieur ist komplett in schwarz-orange gehalten und erinnert ein wenig an Jägermeister… was ja nicht die schlechteste Assoziation ist. Mit ca. 15 Sitzplätzen drinnen und einigen (ebenfalls komplett gestylten) Bänken draußen die perfekte Größe für einen Burgerladen. Und ja… die Wand ziert ein Flachbild-TV. Fehlt nur der Kicker. Ein Wappen mit einem stolzen Bullen samt Bürgermeister-Hut prangt auf jedem Tisch. Alles sehr stimmig. Dazu das Versprechen “Frankfurts beste Burger”.

Schaun mer mal…

8 von 10 Punkten

 

Transient

Fleich

Die Burger heißen hier “Otto” und wie es sich gehört gibt es “Must-Have” Auswahl an Bacon-, Cheese-, Chicken- und Chilli-Burger. Wie es sich ebenfalls gehört, in zwei Größen (100gr. und 180 gr.) Dazu gibt es Specials (sog. “Mit-Burger”) mit etwas exotischeren Beilagen. Aber nach den Erfahrungen im Düsseldorfer Space Burger ist uns die Lust nach Experimenten vergangen und wir bestellen einen Killer-Otto (=Bacon Cheese). Wir sind gespannt, ob die hohen Erwartungen erfüllt werden können.

Das Besondere bei Burgern: der erste Biss ist immer der Beste und sagt einem bereits alles. Und hier wußten wir bereits nach dem ersten Biss: lecker! Keine industriell gefertigten Paddys, sondern selbstgemachte Buletten, auf dem Grill medium gebraten. Leider ist das “Grill-Aroma” nicht ganz so augeprägt wie beispielsweise im Freddy Schilling. Aber die Größe ist genau richtig und das Fleisch wird von der selbstgemachten Sauce nicht ertränkt, sondern wunderbar ergänzt.

7 von 10 Punkten

Zubehör

Es gibt selbstgemachte Eistees und Limonaden! Das haben wir auch noch nicht erlebt. Auch lecker. Zum Burger gibt es einen guten  Krautsalat und selbstgemachte und frisch frittierte Kartoffelchips (die mit Hile eines Bohrers (!) gemacht werden). Das Zubehör ist außerordentlich frisch und passt bestens zum Fleisch. Sehr gut! Das Brötchen könnte ein ganz klein wenig krosser sein, dann würde es die Sauße weniger aufsaugen. Aber jetzt werden wir kleinlich…

7 von 10 Punkten

Gesamt

Den besten Burger Frankfurts hatten wir bis dato – unglaublich, aber wahr – im O’Reilly’s am Hauptbahnhof. Kann der Burgermeister diesen Titel für sich gewinnen? Nachdem wir erneut da waren um die Möglichkeit eines Zufall-Treffers auszuschließen, können wir die Fackel weitergeben: beim Burgermeister gibt es die besten Burger in Frankfurt – zumindest soweit wir das bisher getestet haben.

Neben der Qualität überzeugt das gute Preis-Leistungsverhältnis und vor allem das tolle Ambiente.

7 von 10 Punkten

 

 

 

Space Burger

Unsere kulinarische Reise verschlägt uns dieses Mal in die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens: nach Düsseldorf. Bisher ist diese Stadt vor allem durch ihren Wohlstand, ihre Ferienflieger-Flughafen und ihr überproportioniertes Fussballstadion bekannt, dass in einer weitaus höheren Liga als der hiesige Verein Fortuna spielt.  Und wenn das lokale Alt-Bier stellvertretend für die kulinarische Qualität der Stadt steht, werden wir hier wohl nicht den weltbesten Burger finden.

Aber einen Versuch ist es wert…

Ambiente

In der sehr schönen Düsseldorfer Altstadt – nahe der “längsten Theke der Welt” – ist sie schnell gefunden: die Burgerbraterei “Space Burgers”. Was für ein Name. Das kann nur furchtbar oder furchtbar gut werden. Zu meiner Überraschung erwartet uns nicht etwa eine kleine Burger-Bude, sondern ein “richtiges” Restaurant. So richtig mit Stühlen, Bedienung und Speisekarten. Wir können uns nicht entscheiden, ob uns die Innenausstattung gefällt: da schmiegen sich Kopien berühmter Gemälde mit Gesichtern von aktuellen Schauspielern an tendenziell hässlichen 60er-Jahre-Tapeten, garniert mit schicken, dunkelbraunen Sitzmöbeln. Hier merkt man sofort: ein Fachmann war am Werk. Nicht nur einer, sondern mindestens zwei – und beide haben ihren Stil konsequent durchgesetzt. Das Ganze muss man nicht zwingend mögen, aber es wirkt auf jeden Fall hell und freundlich.

Auch bei der Speisekarte war offensichtlich ein Experte am Werk. Schade, dass er von Grafik,Stil und Typologie keine Ahnung hatte. Die Speisekarte ist auf so famose Art hässlich, dass es schon fast wieder Kult ist… zumindest muss das die Absicht gewesen sein. Auf jeder einzelnen dieser vielen, furchtbaren Seiten, werden die Zutaten des jeweiligen Burgers beschrieben. Meist mit einer Schriftart, die mit traumwandlerischen Sicherheit NICHT zum Hintergrundbild passt und gelegentlich auch noch kaum lesbar ist. Und dazu – und das ist der wirkliche Hammer – ein Foto des jeweiligen Burgers. In einer Qualität, wie es sich keine Touristen-Kneipe auf Mallorca erlauben würde. Das wir nach kurzer Zeit die einzigen Gäste sind, tröstet mich nicht. Eher im Gegenteil. Eigentlich habe ich schon keinen Hunger mehr.

1 von 10 Punkte

Fleisch

Egal, hier geht es nicht um die Innenausstattung und schon gar nicht um die Speisekarte, sondern es zählt nur das einzig Wahre: der Burger! Also her damit.

Ich habe es mir zur Regel gemacht – sofern verfügbar – immer einen Burger mit Bacon und Käse zu bestellen. Zum einen aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit und zum anderen: wenn sie den nicht hinbekommen, was dann?

Vielleicht war mein Gehirn durch den Eindruck der Speisekarte schon überfordert, aber ich bestellte zielsicher an dem Bacon-Käseburger “Barbarella” (kein Witz!) vorbei und hörte mich stattdessen einen “Mahoud” ordern. Einen Burger garniert mit Ananas, Papayas und Currysauce. Keine Ahnung, warum. Es muss das vertrauenserweckende Bild von Homer Simpson auf der Speisekarte gewesen sein.

Nun fällt es mir sehr schwer, das Fleisch zu bewerten, denn: es hatte fast gar keinen Eigengeschmack. Und wenn, dann ist er unter den vielen Curry- und selbstgemachten Burgersaucen vollkommen untergegangen. Das Äußere ließ zumindest darauf schließen, das der Burger durchgebraten war. Und das es sich höchstwahrscheinlich um ein industriell vorgefertigtes Fleisch-Paddy handelte. Sollten die Beilagen eines Burgers nicht das Fleisch komplementieren?

Es ist wie bei einer Hochzeit: Dekoration ist wichtig, Musik ist wichtig, Kuchen ist wichtig… aber letztendlich zählt doch nur die Braut. Darum dreht sich die ganze Geschichte. Und bei einem Burger zählt nur das Fleisch. Und wenn man das nicht schmecken kann, dann verdient das nicht mehr als

2 von 10 Punkten

Transient

Zubehör

Die oben genannten Beilagen auf dem Burger waren per se nicht schlecht… aber sie passen zu Rindfleisch wie die Musik von Tim McGraw zu Nelly (siehe “Over and Over”): einzeln gut, aber die Kombination ist irgendwie merkwürdig und ein bißchen eklig.

Die bestellten Kartoffelecken waren mit an Sichrheit grenzende Wahrscheinlichkeit nicht selbst gemacht, sonder aufgebacken – aber trotzdem ganz lecker. Auch der Salat war auch ok. Na ja.

5 von 10 Punkten

Gesamt

Ok, ich habe den falschen Burger bestellt. Aber da auch meine – in Belangen Burger durchaus erfahrene und kompetente – Begleitung einen anderen Burger ähnlich bewertet hat, erlaube ich mir ein Fazit: lecker ist anders. Interieur und Speisekarte hin oder her: die Burger waren zu überladen mit exotischen Beilagen, das Fleisch langweilig und der Geschmack ist auf der Strecke geblieben. Lecker ist anders. Zumindest die Preise sind – insbesondere für Düsseldorf – leichter verdaulich: zwischen 5,- EUR und 8,50 EUR kostet das Machwerk ohne Beilagen.

2 von 10 Punkten

 

Freddy Schilling

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Lieber Leser, sei gewappnet. Auf unserer kulinarischen Weltreise verlassen wir zum ersten Mal das Rhein-Main Gebiet. Unsere Reise führt die A3 gen Nordwest nach Kölle! Eine Stadt bekannt dafür, Bier aus Schnapps-Gläsern zu trinken, Stadtteile nach Rülpsgeräuschen zu benennen (Porz, Deutz, Kalk) und eine der größten Kirchen der Welt auf eine der hässlichsten Plätze der Welt zu stellen. Aber für Burger?

Ambiente
Wir begeben uns in die Kölner Südstadt, ganz in die Nähe des Barbarossaplatzes. Schön ist anders. Nach einem kurzen Spaziergang kommen wir zum Freddy Schilling – Die Hamburger Manufaktur. Der Laden macht von außen nicht viel her und wir wären auch daran vorbei gelaufen, wenn es nicht so voll gewesen wäre. UND ES WAR VOLL! Das Freddy Schilling ist kein Restaurant, sondern eher ein Imbiss. Wir kämpften uns durch die Menschenmassen an die Bestell- und Zubereitungstheke und bestellten zwei “Freddy’s Favorit” für 7,- EUR inkl. Beilagen. Getränke gab es per Selbstbedienung aus dem Kühlschrank (kein Bier! AHH!) und die Sitzgelegenheiten waren.. rar gesät. Mehr als zehn können es nicht gewesen sein, dazu etwa zehn weitere Stehtische. Das wir erst einen Platz nach zehn Minuten bekamen, war nicht weiter schlimm, da unsere Burger noch einmal so lange brauchten. Junges, gemischtes Publikum. Außerordentlich gut gelaunte und freundliche Bedienung die 2 Punkte verdient hat.

2 von 10 

Transient

Fleisch
Eigentlich kennt man einen Burger schon nach dem ersten Biss. Der ist immer der Beste. Alles andere macht nur noch satt. Und der erste Biss in Freddys Favorit ist… gigantisch. Flashback. Irgendwo in Florida. Bestes Rindfleisch frisch vom Grill. Die Geschmacksnerven vergessen nicht. Ein Blick hinter die Theke verrät, dass die Burger nicht auf einer Platte, sondern einem richtigen Lavagrill gebraten werden. Und das schmeckt man. Außen zwar ein ganz kleines bisschen zu dunkel, aber innen wunderbar saftig und rosa. Hervorragend. Auch an der Größe kann man nicht meckern: man braucht schon beide Hände, um dem Fleischpflanzerl – das übrigens aus der Eifel kommt – Herr zu werden.
9 von 10

Zubehör
Pommes Frites (Durchschnitt) und Rosis. Rosis? Rosmarin-Kartoffeln. Warum kommt auf so etwas eigentlich sonst niemand? Die Kartoffeln sind mit Rosemarin garniert und frisch aus dem Ofen. Wunderbar. Ebenso die angebratenen Zwiebeln und der “Kölner Ketchup”. Eine sehr gelungene Gesamtkomposition.  Nur das Brötchen kann nicht ganz mithalten und weicht zum Ende des Mahls mehr und mehr ein.
8 von 10

Gesamt
In diesem Blog zählt der Burger. Und beim Burger zählt das Fleisch. Und das ist sehr gut, was widerum den Burger sehr gut macht. Das Preis-Leistungsverhältnis ist angesichts der Qualität Bestens. Auch wenn irgendwo in Köln beheimatet und das ist: ein rundum gelungener Burger mit sehr guten Zutaten.

7 von 10

 

Heidi & Paul

Transient

Wenn man in Frankfurt aufwächst, hat man zu Eschborn ein sehr gespaltenes Verhältnis. Direkt an der Stadtgrenze, aber doch außerhalb, ist das  20.000 Einwohner starke Städtchen wohl einer der wohlhabendsten Gemeinden in Deutschland. Wo Frankfurt aufhört, fängt der Main Taunus Kreis an. Viele Unternehmen sind von Frankfurt nach Eschborn gezogen, weil dort die Gewerbesteuer niedriger ist. Es ist ein nettes kleines Städtchen, dass allerdings bar jeglicher gastronomischer – oder sonstiger – Highlights ist. Mal abgesehen von dem mit 23m größten Stuhl Deutschlands (der vor einem Möbelhaus steht). Aber ansonsten…?

Ambiente
Direkt im Stadtzentrum – wenn man es den so nennen und Eschborn diesen Rang gönnen möchte – gegenüber dem außergewöhnlich langweiligem Rathaus hat eine Burgermanufaktur namens Heidi & Paul eröffnet. Den Gast erwartet Gastronomie mit System, aber keine Systemgastronomie: man betritt einen hellen, freundlichen Raum, der aussieht wie ein Eiskarton von Ben & Jerry. Helles Grün und Comicfiguren wohin man sieht. Fehlt nur noch, das auch hier Kühe vergnügt auf den Grill hüpfen.  Simple Icons weisen dem Gast den Weg durch Speisekarte und Raum direkt an die Bestelltheke, die den Sitzbereich von der offenen Küche trennt.
7 von 10

Dort wird beim freundlichen Personals – gekleidet in einheitlichen T-Shirts mit der Aufschrift “Heid” bei den Mädels bzw. “Paul” bei den männlichen Angestellten – bestellt und danach ein Tisch ausgesucht. Ein paar Minuten später steht für ca. 6,- EUR jenes Leckerli auf unserem Tisch:

 

Transient

Um Missverständnisse vorzubeugen: es gibt nur einen Burger für o.g. Preis.

Fleisch
Alles Bio. Fettfrei gebraten. Und lecker! Schön saftig. Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Passt.
7 von 10

Zubehör
Das gibt’s ganz selten: das Fleisch spielt bei Heidi & Paul eigentlich nur die Nebenrolle. Das wird schon bei der Bestellung klar, wenn man verursacht und unvorbereitet die Antwort auf die Frage sucht, ob man lieber ein Bio-Weißmehlbrötchen oder Bio-Dinkel-Hafer-Brötchen möchte. “Bio-Dinkel-Haferbrötchen”?! WHAT?! Wie oben zu sehen, wird der Burger mit sehr frischem Gemüse belegt. Außerordentlich gut ist der beigelegte Krautsalat und das gebackene (!) Gemüse. Sieht aus wie bunte Kartoffelchips und schmeckt sehr ungewöhnlich, aber lecker. Geradezu innovativ. Wir setzen uns nach draußen und wollen unseren Burger in der Sonne bei einem erfrischenden Bier genießen. Bier? Saft, Bionade, buntes-New-Age-Zeugs-dasichnichtkenne, Äppler in Flaschen… ah, ganz unten im Kühlschrank gibt es auch Bier. Ganz versteckt.
8 von 10

Gesamt
Warum gibt es hier eigentlich keinen Kicker und keinen Fernseher? Oder frisch  gezapftes Bier? Heidi & Paul ist ein Betrieb, der sich an die aufgeklärte “Bionade”- Zielgruppe richtet – oder zumindest so tut.  Bio und Frische  stehen augenscheinlich im Vordergrund, man will sich wohl  bewusst vom Wettbewerb absetzen. Hier serviert man nicht einfach nur Burger, hier gibt es ein Lebensgefühl! Und Burger wie Beilagen sind echt lecker! Der Geschmack treibt zwar nicht die Freundentränen in die Augen, aber es gibt absolut nichts auszusetzen, sofern man die genannten Punkte (Bier, Kicker) nicht als essentiellen Bestandteil eines Burgers versteht. Was leider nichts anderes bedeuten würde, als dass es die besten Burger Frankfurts in – seufz – Eschborn gibt. Gut, es könnte schlimmer sein. Immerhin mussten wir nicht nach Offenbach.
7 von 10

Darüber hinaus muss man leider auch zugeben, dass der Internetauftritt ein gelungener welcher ist: übersichtlich, im einheitlichen Layout, informativ. Auch das noch!

 

O'Reilly's

Das O’Reilly’s ist ein Irish Pub – zumindest nennt es sich so. Dieser Umstand äußert sich im großen Angebot von irischem Bier (was soviel heißt, dass es Guiness und andere Biersorten gibt, die einem normalen, mit dem Rheinheitsgebot aufgewachsenen Deutschen nicht schmecken), einer grünen Fassade und einer englischen Speisekarte. Tatsächlich ist auch unsere Bedienung ein Native Speaker – wenn auch nicht aus Irland, so doch immerhin aus einem Vorort von London, was schon weitaus authentischer ist, als ich erwartet hatte. Wiederrum ist ein Fussballspiel der Anlass unseres Besuchs und weil wir es noch nicht kannten, sehen wir uns das Spiel in 3D an. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, aber weniger wegen dem Spiel (das auch durch die 3D-Technik nicht besser wird), sondern weil man in einen sehr, sehr abgedunkelten Raum sitzt und dämliche Brillen aufhat, die eine Konversation im gewohnten Umfang – mit Augenkontakt – doch ziemlich erschweren. Außerdem sieht man den Burger nicht so gut… apropos: Burger in einem Irish Pub? Kann das gut gehen? Wir überspringen unsere Vorurteile gegenüber irischen Lebensmitteln (außer dem Bier) und bestellen einen Hickory Burger mit BBQ Sauce, Käse, Zwiebeln und Bacon zum stolzen Preis von 11,50 EUR! Und schließlich steht dieses Baby auf unserem Tisch: 

Transient

Sieht lecker aus, gelle? Entgegen unser aller Erwartungen war er das auch!

Fleisch


eine sehr ordentliches Bullette mit anständiger Höhe – und sogar in der Mitte (wie bestellt) Medium gebraten. Ich bezweifle stark, dass es sich dabei um etwas anderes als ein vorgefertiges Paddy (Paddy in einer Irischen Kneipe… kleines Wortspiel… Brüllergag!) handelt, aber es war lecker!
7 von 10

 

Zubehör


große, durchschnittliche Pommes und Salat als Beilage. Wie bestellt kam das Fleich garniert mit Käse, Bacon und Zwiebeln – und auch dabei haben unsere irischen Freunde nichts falsch gemacht. Guter Durchschnitt.
6 von 10

 

Ambiente


Das O’Reilly’s liegt direkt gegenüber dem Frankfurter Hauptbahnhof. Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass wir uns von unserer vorherigen Location nur wenige hundert Meter bewegt haben. Eine sehr große Location, die sich zwischen Sportsbar, Pub und Restaurant nicht richtig entscheiden kann. Es gibt eine kleine “Terrasse” (direkt an der Straße) und einen offenen Bereich, an dem sonst wohl große Public Viewing Events und Karaoke-Abende stattfinden. Beeindruckend: ein Stehtisch mit eingebautem Zapfhahn! Der Raum selbst war agbenutzt, dunkel, miefig und hatte den wohl schlechtesten Kicker EVER! In sich also alles sehr stimmig, aber schön ist anders.
4 von 10

 

Gesamt


Unsere irischen Freund haben uns einen Burger serviert, der nicht billig, aber überraschend gut war. Nichts innovatives oder außergewöhnliches. Aber eine faire Portion, so dass das Preis-Leistungsverhältnis beinahe zufriedenstellend ist. Traurig aber wahr: der Burger hier war deutlich besser als der Vorgänger unserer amerikanischen Freunde im “Chicago Meatpackers”.Auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man einen Aufenthalt am Frankfurter Hauptbahnhof hat und der kleine Hunger Fleisch verlangt.

6 von 10

 

Chicago Meatpackers

Transient

Das Chicago Meatpackers. Schon der Name ist geschwindelt: wir sind gar nicht in Chicago, sondern in Frankfurt. Direkt gegenüber der Europäischen Zentralbank, wo sich Nutten und Banker die Klinke in die Hand geben. Sozusagen. Heimat der coolsten Decken-Deko überhaupt (eine elektrische und voll funktionsfähige Eisenbahn) und des Big Boppers. Das war früher. Die Eisenbahn gibts noch. Den Big Bopper leider nicht mehr. Jener Hochgenuss in unserer Jugendzeit, der Hummer (wie das Auto, nicht das Tier) unter den Burger, bestehend aus mehreren hundert Gramm köstlichen Fleischs – er ist nicht mehr. Also her mit der Alternative: dem Bacon & Cheese Burger. Und weils so schön ist mit einer zweiten Fleischlage für 3,90 EUR zusätzlich. Macht zusammen wirklich große 13,80 EUR für einen wirklich großen Burger.

Aber ist er auch das Geld wert?

 

Fleisch

sehr viel – wie oben ersichtlich. Allerdings nur flache, bis vor kurzem tiefgefrorene Paddys. Trotz Wunsch nicht medium gebraten. Nichts besonderes.  

3 von 10

 

Zubehör

leckere, große Pommes, Zwiebeln, Bacon, lecker Sößchen – nur die Brötchen waren nicht oder kaum getoastet, so dass sie nach wenigen Minuten die Konsistenz von Plätzchen-Teig hatten. Erstklassiger Krautsalat. 

6 von 10

 

Ambiente

so muss ein Burgerladen eigentlich sein: amerikanisch bis ins Mark (bzw. die Speisekarte). Vor nicht all zu langer Zeit – als das hier noch die Stammkneipe der Frankfurt Galaxy war – konnte man hier sogar nur auf Englisch bestellen. Die Zeiten sind leider vorbei. Das Football-Team der Frankfurt Galaxy ist in die Schublade “tolle Erinnerungen an unsere Jugend” gewandert und das Meatpackers ist auch kein Leuchturm angelsächsischer Küche mehr, sondern nur ein Themen-Restaurant von vielen. Anstatt von einer süßen, übertrieben-freundlichen Kellnerin mit gebleachten Zähnen oder einem verkappten und viel zu vorlautem Surfer-Typen bedient zu werden, gerieten wir an einen dicken Inder. Und der war nicht mal lustig. Aber Gott sei’s gedankt: die Eisenbahn gibt es noch!  

6 von 10

 

Gesamt:

früher war vielleicht nicht alles besser – aber das Chicago Meatpackers auf jeden Fall. Schönes Ambiente, gute Beilagen, aber viel zu viel Geld für einen viel zu schlechten Burger. 

4 von 10